30 Jahre Kinderrechtskonvention

Am 20.November 1989 wurde das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (kurz: Kinderrechtskonvention) von den Vereinten Nationen verabschiedet. Alle Staaten der Vereinten Nationen, mit Ausnahme der USA, haben die Kinderrechtskonvention ratifiziert. Das heurige 30-jährige Jubiläum erinnert einmal mehr daran, dass die Rechte von Kindern geschützt werden müssen.

Weltweit leiden viele Kinder an den Folgen von Krieg, Armut, Ungerechtigkeit und Gewalt.

Die Konvention legte daher weltweite Standards fest, wie das Wohl des Kindes, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Behinderung, Sprache, Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung, gesichert werden muss. Das Wohl des Kindes steht dabei immer im Vordergrund, Gegebenenfalls übernimmt dies der Staat. Soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheit, Freizeit, Beteiligung und Unterbringung, sind zentrale Punkte der Kinderrechtskonvention. In Österreich sind einige dieser Rechte sogar seit rund 10 Jahren in der Verfassung verankert. Besonders der Fokus auf das Verbot von Gewalt gegen Kinder ist wichtig, da immer noch viele die sogenannte „g’sunde Watschn“ verharmlosen und als erzieherisches Mittel gutheißen. Neben körperlicher Gewalt zählen auch sexueller Missbrauch und emotionale oder psychische Misshandlung wie Demütigung, Druck oder Quälen, seelische und körperliche Vernachlässigung zu Gewalt gegen Kinder.

Verschiedene Stellen in Wien widmen sich diesen Themen und bieten Unterstützung und Beratung im Krisenfall. Die Umsetzung von Kinderrechten beginnt bei integrativen Kindergärten, reicht über Bewusstseinsbildung und Kampagnen, über Krisenpflegeeltern und Krisenintervention, hin zukreativen Partizipationsmöglichkeiten wie die „Werkstatt junges Wien“ oder die „Demokratiewerkstatt“ wo Kinder aktiv mitgestalten und ihre Meinung einbringen können.

Können Kinder nicht mehr bei ihren Eltern versorgt werden, kümmert sich der Verein „Eltern für Kinder Österreich“ um die Vermittlung von Krisenpflegeeltern oder Adoptivfamilien. Auch der Wiener Verein „Orientexpress“ widmet sich dem Thema der Kinderrechte. Die Beratungs- und Frauenservicestelle ist im Bereich der „early and forced marriage“ tätig und bietet LehrInnen und Angehörigen Unterstützung. Wenn Kinder nicht wissen, an wen sie sich wenden können, hilft die Telefonhotline „Rat auf Draht“ weiter. Die Beratung bei der Kinder und Jugendanwaltschaft über Kinderrechte ist für Kinder übrigens kostenlos und anonym.

Die „Wiener Kinder- und Jugendhilfe“ ist die größte Kinderschutzorganisation Österreichs und berät und vermittelt weitere Stellen an Kinder und Jugendliche, sowie Familien. Wer seinen Kindern das Thema näher bringen möchte, kann aktuell auch ins Volkstheater gehen. Dieses zeigt anlässlich des 30-jährigen Jubiläums ein Theaterstück namens: „Kinder fressen leicht gemacht“. Bitte nicht zu Hause nachmachen 😉

Text: Elisabeth Weissitsch, Mitglied der JG9 und Sektion 4 am Alsergrund.