Bezirksvertretungssitzung: Verkehr und öffentlicher Raum

Bild: Markus Delitz
Als SPÖ-Alsergrund stehen wir für eine Verteilung des öffentlichen Raumes, die den geänderten Nutzungsbedingungen der Bewohner*innen und Besucher*innen entspricht. Um die dringend notwendigen Verkehrswende voranzutreiben, setzen wir uns daher für eine Fußgänger*innenzone im Servitenviertel ein. Nach monatelangen Diskussionen in der Bezirksvertretung, Informationsveranstaltungen und einem Bürger*innenbeteilungsverfahren haben die Grünen Alsergrund der Mobilitätswende im Servitenviertel eine neuerliche Absage erteilt. Mit vorgeschobenen Argumenten wurde der Antrag der SPÖ, der sich für eine umfassende Neugestaltung des Grätzls ausspricht, mit den Stimmen von Grüne, ÖVP und NEOS neuerlich einer Kommission zugewiesen und somit auf die lange Bank geschoben.

 

Der Antrag, der von der SPÖ Alsergrund in die Bezirksvertretung eingebracht wurde, umfasst neben der Umsetzung einer Fußgänger*innenzone auch weitreichende Oberflächenumgestaltungen, Abkühlungsmöglichkeiten, Sitzgelegenheiten und Begrünungsmaßnahmen, sowohl in der Servitengasse, als auch in der Grünentorgasse.

 

Unser Antrag im Wortlaut:

 

Servitenviertel 2.0
Die Bezirksvertretung Alsergrund beschließt die Verkehrslösung des angehängten Plans zur Umgestaltung der Servitengasse und der angrenzenden Straßenzüge und ersucht die zuständigen magistratischen Diensstellen um entsprechende Umsetzung und Prüfung der Planungsoptionen.Das Projektgebiet umfasst die gesamte Servitengasse und die Grünentorgasse zwischen Hahngasse und Müllnergasse. Der vorliegende Plan stellt den Rahmen für das Planungsverfahren dar und spezifiziert die Verkehrslösung inklusive der für eine Umgestaltung zur Verfügung stehenden Flächen (grün und blau markiert). Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens, die im Besonderen Verkehrsberuhigung, die Ausweitung des ursprünglichen Projektgebiets und den Erhalt der Zufahrtsmöglichkeiten für Anrainer*innen und Geschäfte hervorgehoben haben, müssen berücksichtigt werden.

 

Folgende Punkte sollen als Planungsoptionen inkl. entsprechender Kostenschätzungen berücksichtigt werden:

  • Errichtung von Fußgängerzonen in der Servitengasse ab ON 5 bis zur Kreuzung Grünentorgasse und in der Grünentorgasse ab ON 19a bis zur Kreuzung Müllnergasse; dazu Wohnstraßen im übrigen Planungsgebiet
  • Entfernung aller PKW-Stellflächen. Die Zufahrt zu Garagen bleibt erhalten. Außerdem sind zusätzliche Ladezonen für Bewohner*innen und Lieferdienste einzurichten. Eine Niveauangleichung der Fahrbahn ist anzustreben.
  • Im Bereich der Grünentorgasse zwischen Hahngasse und Servitengasse ist eine Niveauangleichung zur Vergrößerung der für Fußgänger*innen zur Verfügung stehenden Flächen anzustreben.
  • Im gesamten Projektgebiet ist die Durchfahrtsmöglichkeit für Fahrräder in beide Richtungen sicherzustellen und Platz für zusätzliche Fahrradabstellanlagen zu berücksichtigen.
  • Schaffung konsumfreier Aufenthaltsbereiche mittels Sitzgelegenheiten/Möblierung im gesamten Projektbereich.
  • Baumpflanzungen im gesamten Projektgebiet, insbesondere in der nördlichen Servitengasse. Bei allen Baumpflanzungen ist auf ausreichend großen Wurzelraum achten; wenn möglich Bewässerung mit unterirdischem Regenwasserspeicher nach dem Schwammstadt-Prinzip.

 

Zusätzlich sollen folgende Rahmenbedingungen eingehalten werden:

Der Flair des Grätzls soll erhalten bleiben.

  • Die notwendigen Elemente zum Erhalt der Klima-Musterstadt Förderung müssen in der Planung berücksichtigt werden. Das ganze Grätzl soll durch die Umgestaltung profitieren.
  • Die Agendagruppe „Gedenkallee Servitengasse“ soll in die Planung des nördlichen Teils der Servitengasse aktiv eingebunden werden.
  • Die vorhandenen Gastgärten (orange im Plan hinterlegt) müssen in der Planung berücksichtigt werden.
  • Der Bereich der FußgängerInnenzone soll die Möglichkeit der Ladetätigkeit zu spezifizierten Uhrzeiten berücksichtigen.

 

 

Begründung

 

Die Wohnstraße Servitengasse am Alsergrund hat sich im Laufe der Zeit durch die Zusammenarbeit von vielen kleinen Lokalen, dem Wochenmarkt, der Pfarre, den Anrainer*innen sowie der Bezirkspolitik zu einem beliebten Aufenthaltsort für Bezirksbewohner+innen und Gäste entwickelt.

 

Seit längerer Zeit gibt es den Wunsch der Bewohner*innen, etwas gegen den Durchzugsverkehr in der Servitengasse zu unternehmen. Denn an das Durchfahrtsverbot in der Wohnstraße halten sich nur wenige Menschen. Gleichzeitig steht den Autos in der Servitengasse zu viel und den Menschen zu wenig Platz zur Verfügung.

 

Daher hat die Bezirksvorstehung Alsergrund einen umfassenden Beteiligungsprozess eingeleitet, der mit einem Dialogforum im Sommer 2020 begann und mit Juni 2021 abgeschlossen wurde. Der Abschlussbericht ist den Bewohner*innen zugegangen und liegt auch in der Bezirksvorstehung auf. Der Einladung zur Ideengenerierung sind zahlreiche BewohnerInnen per Postkarte und auch online gefolgt. Insgesamt wurden 69 Postkarten mit Anregungen und Wünschen an die Bezirksvorstehung Alsergrund gesendet. Auf der Online-Plattform Discuto haben sich 207 TeilnehmerInnen registriert, sich eingebracht, diskutiert und über Ideen abgestimmt.

 

Die Ideen und Wünsche zur Neugestaltung wurden den planenden Dienststellen des Magistrates übergeben, um sie auf Umsetzbarkeit zu prüfen und einen Gestaltungsentwurf auszuarbeiten.

 

Jetzt gilt es die Wünsche der BewohnerInnen und das Ergebnis des Beteiligungsverfahrens umzusetzen.